Die Schwarze Spinne

Für die Hamburger Aufführung nahm der musikalische Leiter Benjamin Gordon mit dem Segen der Komponistin weitreichende Änderungen in der Instrumentierung, in der Stimmbesetzung und im Notentext vor, sodass man von einer Rekomposition sprechen muss. Sie ist ihm sehr gut gelungen. Die drei Kontrabässe in dem kleinen Orchester sorgen für ausreichend Grusel und Geheimnis, die sanft knochenklappernde Perkussion macht manchmal Gänsehaut… Die überwiegend von Stufenmelodik und Chromatik geprägten Gesangslinien singen die Kinder teilweise verblüffend tonschön und mühelos.
Tom R. Schulz, Die Welt, 31/03/2009

Bildgenehmigung Staatsoper Hamburg
Fotograf: Brinkhoff / Mögenburg
Regie: Holger Liebig
Bühnenbild: Nikolaus Webern
Kostüme: Julia Schnittger

Erhältlich bei: (Worldwide) Music Sales Classical

DIE SCHWARZE SPINNE
Oper in zwei Akten von Judith Weir
Neu bearbeitet von Benjamin Gordon

Judith Weirs Kinderoper „The Black Spider“ wurde 1985 in Canterbury, Kent uraufgeführt und verbindet zwei Handlungsstränge miteinander: Die Ereignisse und mysteriösen Todesumstände zahlreicher Mitarbeiter bei der Freilegung des Grabs von König Kasimir III. werden mit einer märchenhaften Geschichte aus dem 15. Jahrhundert in Beziehung gesetzt, in dem ein junges Mädchen ihr Verlobungsversprechen bricht und daraufhin als Bestrafung eine schwarze Spinne bei der Hochzeit erscheint und den Dorfbewohnern Tod und Verderben bringt.
Die Adaption für die Hamburgische Staatsoper im Rahmen der opera piccola war anfänglich als eine Erweiterung von Judith Weirs Instrumentierung gedacht, indem die ursprüngliche Besetzung mit Klarinetten, Trompeten und Schlagzeug durch Streicher vervollständigt und die Gitarre durch eine Harfe ersetzt werden, die Form und Struktur der Komposition jedoch weitestgehend beibehalten werden sollte. Den Anstoß für eine weitreichendere Bearbeitung gaben die jungen, talentierten Mitwirkenden selbst: Eine einfache Transposition einzelner Nummern reichte nicht aus, stattdessen wurden viele Arien und Ensembles erweitert und neue instrumentale Zwischenspiele eingefügt, die zum Teil vorhandenes kompositorisches Material aufgreifen. Diese Anpassung an das Niveau und die hohen Ansprüche der jungen Musiker führte zu einer insgesamt längeren Spieldauer von etwa 75 Minuten. Insbesondere die Schlagzeuger profitierten von den komplizierten Rhythmen und trugen wesentlich zur „schaurigen“ Atmosphäre ausgewählter Szenen bei. Auf diese Weise wurde die Musik an einigen Stellen „transsylvanischer“, an anderen unheimlicher und durch die Bearbeitung rückten neben den Darstellern auch die Instrumentalisten mehr ins Rampenlicht. Die Hamburger Fassung wurde am 07. Februar 2009 in Hamburg erstmals aufgeführt.