Tango-Septett*

Violine I, II
Bratsche
Violoncello
Akkordeon
Klavier
Schlagzeug (Ein Spieler) Xylofon, Glockenspiel, 2 Congas, Windglocken (Metall), Triangel, Tambourine, Claves, Castanets, Vibra Slap, Maracas, Großes Becken + Sizzle Becken (Kette oder Niete), Afuche, Rainmaker, Shekere, Kuhglocke, Cajon oder anderer großer Holzkasten)

* Alternativ kann jede Streicherstimme mehrfach besetzt werden.

Bildgenehmigung Staatsoper Hamburg (3. Februar 2013) Fotograf: Brinkhoff / Mögenburg
Regie: Kerstin Steeb
Bühnenbild: Franziska Riedmiller
Kostüme: Kirsten Fischer

Opera in einem Akt von Karl Jenkins
Neue Bearbeitung für die Staatsoper Hamburg von Benjamin Gordon

Die 1997 in London uraufgeführte Kinderoper von Karl Jenkins greift verschiedene märchenhafte Motive (u.a. aus Die sechs Schwäne von den Gebrüdern Grimm) auf und erzählt die Geschichte der jungen Prinzessin Eloise, die ihre von den Vampiren und der bösen Hexe Volhek verschleppten und in Wildenten verwandelten Brüder erlösen möchte.
Dass Karl Jenkins märchenhafte Oper so beliebt ist, verwundert bei Kenntnis des Werkes kaum: Es gibt wunderschöne, ausgedehnte Melodien, die sofort ins Ohr gehen und bei der Betrachtung der Partitur zeigen sich überall interessante Akkordfortschreitungen. Dennoch besteht die Gefahr dieses Stückes darin, zu „süß“ und harmlos zu wirken: Der musikalischen Gestaltung der Vampire fehlt der „Biss“ und auch die Antagonistin der Oper – die mitleidlose Hexe Volhek – erscheint angesichts ihrer bösen Taten zu wenig bedrohlich und furchteinflößend. Zudem findet sich die Königin erstaunlich leicht mit der Entführung ihrer Söhne ab.
Leidenschaft, Reue, ein wenig Gewalt… kaum ein anderes Instrument vermag diese Themen und Emotionen so darzustellen wie das Akkordeon. In einer Nummer hatte Jenkins bereits eine Habanera verwendet und bei einem genaueren Blick in die Partitur entdeckt man einen Hauch von Tango, der nur darauf wartet, ans Licht gebracht zu werden. Inspiriert von Gidon Kremers Interpretationen von Werken Astor Piazzollas entstand die Idee, ein Tango-Septett einzusetzen: Streichquartett, Akkordeon, Klavier und Perkussion lateinamerikanischer Art. Bei der Bearbeitung spielten einerseits pragmatische Überlegungen im Hinblick auf die Qualitäten der Sänger eine Rolle, andererseits wurden zwei zusätzliche „Kampfszenen“ eingefügt, um den Konflikt zwischen Gut und Böse auf musikalischer Ebene zu verschärfen. Mitunter finden sich Reminiszenzen an Yann Tiersen (Le fabuleux destin d’Amélie Poulain), dessen Musik von einer gewissen „naïveté“ (im besten Sinne des Wortes) gekennzeichnet ist. Die Erstaufführung der Hamburgischen Fassung fand am 03. Februar 2013 in Hamburg statt.