Die Hamburger Sindbadauken

DIE HAMBURGER SINDBADAUKEN
Ein Kinderopernabenteuerspaß
Musik von Benjamin Gordon
Libretto von Francis Hüsers

Lotte, Kalle und Lilli fahren auf einem selbstgebastelten Floß die Elbe runter an Helgoland vorbei hinaus ins offene Meer auf der Suche nach Gold aus versunkenen Städten. Sie geraten in einen Sturm, das Floß geht kaputt, aber sie werden von Piraten gerettet. Die fordern Beute, und weil die drei nichts haben, wollen die Piraten sie zum Menschenfresser Cäsar Knochenschmalz bringen. Denn der mästet ihren Kapitän Igor Oberechoist, den er fressen will, und nun sollen die drei gegen den Kapitän getauscht werden.

Beim Menschenfresser angekommen, will der sich auf den von den Piraten vorgeschlagenen Handel nicht einlassen, weil Igor Oberechoist inzwischen dick und rund geworden ist und die drei Hamburger Kinder ihm nicht fett genug sind. Aber Lotte kann den Menschenfresser verliebt machen und bereitet ihm einen Tofubraten, den die Piraten an Bord haben. So lässt Cäsar Knochenschmalz von Igor ab, besteht aber darauf, Lotte zu heiraten (wegen des Bratens). Lotte will das nicht, wird aber von Kalle und Lilli überredet, sich zum Schein auf diese Art Verlobung erst einmal einzulassen.

Auf dem Weg nach Hamburg verfahren sich die Piraten und landen so auf der nach Schweißfüßen übel riechenden Insel der schönen Zauberin Kirke Wohlgeruch. Die streichelt alle mit ihrer Peitsche und verwandelt sie in Kühe, Schweine, Schafe und Hühner. Nur Kalle hat sie verpasst. Als der sieht, dass die anderen in Tiere verwandelt sind, überredet er Kirke, sich die Füße waschen zu lassen. Kirke lässt sich darauf ein und verwandelt dann auch nacheinander alle wieder zurück. Beim Menschenfresser Cäsar Knochenschmalz wendet sie zusätzlich einen besonderen Zauberspruch an, der ihn verliebt macht. Als er sich aus einer Kuh zurück in Cäsar verwandelt, ist er in Kirke verliebt und löst die Verlobung mit Lotte. Lotte schenkt Kirke das Rezept für den Tofubraten, Kirke und Cäsar erkennen ihre Liebe. Alle anderen besteigen das Schiff und fahren ab.

Dazwischen sind zwei Zwischenspiele gesetzt: Das erste zeigt, wie Kaiser Willi Zwo (Willhelm II, deutscher Kaiser), mit Bismarck beschließt, Helgoland von England “im Tausch” gegen Sansibar für Deutschland zu kaufen. Das zweite zeigt den Untergang der reichen Stadt Rungholt in der Nordsee im Jahre 1362, wodurch die Sage vom Gold in der Nordsee hätte entstehen können …

Als Komponist und musikalischer Leiter konnte ich gleich einige verrückte Ideen bei den Kindern auszutesten. Schon beim ersten Durchlauf weiß ich, ob sie gelungen ist oder nicht, da die Kinder gute Musik fast sofort auswendig drauf haben. Kinder sind äußerst höflich und beklagen sich nie, wenn etwas ihrem Geschmack verletzt, aber ich merke es trotzdem, und das heißt für mich, zurück zum Schreibtisch. Wenn die Kinder am Ende der Probe die Melodie beim Nachhausegehen weiter singen, bin ich König für einen Tag. (Benjamin Gordon)

Bildgenehmigung Staatsoper Hamburg (Februar 2015)
Fotograf: Brinkhoff / Mögenburg
Regie: Nicola Panzer
Bühnenbild: Robert Pflanz
Kostüme: Kirsten Fischer

Personen (alle Kinder, sofern nicht anders angegeben)

Lotte, Kapitänin (13 Jahre)
Kalle (11 Jahre)
Lilli (9 Jahre)

Igor Oberechoist, fett gewordener Kapitän der Echoisten (Bariton)
Der Steuermann-Echoist
Echoisten-Schatzmeister
Die kleinste Echoistin
Echoisten-Piraten (Chor)

Cäsar Knochenschmalz, Menschenfresser (Bass)
Kirke Wohlgeruch, schöne Zauberin (Sopran)

Kaiser Willi Zwei
Fürst Bismarck (von Cäsar Knochenschmalz gespielt)
3 Hottentotten
3 Helgoland-Möwen

3 Möwen über Rungholt (von den Helgoland-Möwen gespielt)
Frauen aus Rungholt (Chor)
Männer aus Rungholt (Chor)
Der Bürgermeister von Rungholt (von Kaiser Willi II gesungen)