Sechs Wanderer-Lieder

I. Der Wanderer an den Mond D870
II. Am Fenster D878
III. Sehnsucht D879
IV. Das Zügenglöcklein D871
V. Im Freien D880
VI. Bei Dir D866

Orchestra:
Flauto
2 Oboe
2 Clarinetti (B)
2 Fagotti
2 Corni
Violini I, II
Viole
Violoncelli
Bassi

Aufführungsdauer: ca. 24 min.
Stimmen als Leihmaterial erhältlich
Ansichtspartitur auf Anfrage

Sechs Wanderer-Lieder für Tenor und Orchester
Texte von Johann Gabriel Seidl

Franz Schubert schuf im Laufe seines kurzen Lebens etwa 600 Lieder, denen Gedichte von namhaften Autoren wie Goethe, Heine, Klopstock und Schiller zugrundeliegen. Auch wenn der 1804 in Wien geborene und 1875 verstorbene Erzähler Johann Gabriel Seidl gewöhnlich nicht mit den großen Dichtern Schuberts in einem Atemzug genannt wird, vertonte Schubert insgesamt 15 Gedichte von dem jungen Lyriker. Im Gegensatz zu den genannten Autoren bestritt Johann Seidl seinen Lebensunterhalt mit verschiedenen Tätigkeiten – zunächst als Lehrer, später als Beamter –, dennoch ist er vor allem als Dichter in die Geschichte eingegangen. Insbesondere sein Gedicht »Gott erhalte, Gott beschütze unsern Kaiser, unser Land!« wurde mit der Musik von Joseph Haydn als Österreichische Kaiserhymne berühmt. Dass die Seidl-Vertonungen zu den weniger bekannten Werken Schuberts gehören, könnte unter anderem damit zusammenhängen, dass sie keinen kompletten Zyklus bilden. Die vorliegende Zusammenstellung versucht, dieser Ungerechtigkeit entgegenzuwirken und sechs meisterhafte Lieder zu präsentieren, die Themen aufgreifen, auf die Schubert im Laufe seines Lebens immer wieder zurückgegriffen hat: die Sehnsucht und die freie Natur.

Diese Bearbeitung ist sicher mehr als nur Arrangement, es vergrößert sich mit dem Klang auch die Art ihrer Emotionalität. Die klassische Orchesterbesetzung versetzt die Lieder in eine brahms’sche, manch mahlersche Ausdruckssphäre. (Sechs Wanderer-Lieder für Tenor und Orchester / Günther Matysiak, Weser Kurier, 28.09.10)